Auswahl von Innovationsprojekten

Im Rahmen von Waste2Value sollen Projekte gefördert werden, die möglichst gut zu den vereinbarten Entwicklungszielen passen. Bevor Sie eine Skizze einreichen, sollten Sie kritisch prüfen, ob Ihr geplantes Projekt die folgenden Voraussetzungen für die Förderfähigkeit im Rahmen von Waste2Value erfüllt:

Fachlich passende Zielsetzung:
Der von Ihnen skizzierte Ansatz muss sich eindeutig mindestens einem der vier Innovationspfade von W2V zuordnen lassen. Wesentlich ist hierbei insbesondere die Nutzung von vorwiegend biogenen Reststoffen als Rohstoffbasis, das Ziel der Herstellung von Grundstoffen für biobasierte Kunst-, Kleb- und Verbundwerkstoffe oder für die Lebensmittel- und kosmetische Industrie und die zumindest überwiegende Herstellung über den Einsatz von Mikroorganismen. Verfahren und Prozesse, die ganz oder überwiegend auf dem Einsatz fossiler Rohstoffe oder primären Produkten der Landwirtschaft beruhen, sind nicht förderfähig.

Regionaler Fokus:
Das Waste2Value-Bündnis hat das übergeordnete Ziel eines nachhaltigen innovationsbasierten Strukturwandels in der Westpfalz. Das bedeutet, die Partner eines Vorhabens haben im Regelfall ihren Sitz (bzw. einen Standort) in der Westpfalz bzw. ihrer unmittelbaren Nachbarschaft und die angestrebten Ergebnisse einschließlich resultierender Wertschöpfung kommen der regionalen Wirtschaft zugute.

Anwendungsbezug:
Ein wesentliches Ziel von W2V ist die zeitnahe Überführung von Verfahren, Prozessen und Werkstoffen in die industrielle Anwendung. Vorhaben die ganz oder teilweise der Grundlagenforschung bzw. der reinen Laborforschung zuzuordnen sind, sind daher nicht förderfähig. Einzel- oder Verbundvorhaben ohne substanzielle regionale Unternehmensbeteiligung sind im Regelfall ebenfalls nicht förderfähig.

Auswahlkritierien

Die Auswahl der zu fördernden Projekte erfolgt entsprechend der inhaltlichen Strategie des Waste2Value-Konsortiums. Die Projekte werden dazu nach den folgenden vier Hauptkategorien und deren jeweiligen Teilkriterien bewertet:

• Strategiekonforme Ausgangs- und Endprodukte
• Innovationsgrad der vorgeschlagenen Technologie
• Potential zur Verwertung über konkretes Konsortium hinaus
• Regionaler Fokus der Beteiligten
• Verwertungspotential über die Region hinaus (skalierbarer Prozess)
• Umwelt-/gesellschaftlicher Mehrwert (z.B. CO2-Einsparung, Vermeidung des fossilen Rohstoffverbrauchs)
• Berücksichtigung des Kreislaufgedankens (insb. Nutzung von Reststoffen, Entwicklung recycelbarer Produkte)

• technische Machbarkeit
• Erfolgswahrscheinlichkeit der technischen Umsetzung
• Schutzrechte-Umfeld (Geistiges Eigentum (IP), “Freedom to Operate”)

• Belastbarer Business Case (für Anwender wie Technologieanbieter) mit nachvollziehbarem, möglichst großen Marktpotential
• Wettbewerbsvorteil gegenüber konkurrierenden Lösungen bzw. dem aktuellen Stand der Technik
• Erreichbare, klar definierte und messbare Ziele
• Kosten-Nutzen-Verhältnis und Angemessenheit der anvisierten Kosten
• Gesicherte Finanzierung bis zum angestrebten Ziel im Fall der Förderung im Rahmen von Waste2Value (Eigenanteil etc.)

• Belastbarer Projektplan (gut strukturierte Arbeitspakete mit messbaren KPIs, klare Aufgabenverteilung, Meilensteine und Abbruchkriterien)
• Nachvollziehbares Risikomanagement
• Vollständigkeit des Konsortiums mit klarer Rollenverteilung
• Überzeugendes IP-Management (passend zum geplanten Business Case)
• Existenz von Verwertungspartnern auch über Konsortium hinaus
• Qualität der Berücksichtigung ökologischer und sozialer Themen
• Perspektive für die langfristige Erreichung eines geschlossenen Materialkreislaufes gemäß des „Cradle-to-Cradle“-Konzeptes

Zeitliche Perspektive

Von der Ideenfindung über die Einreichung einer Projektskizze, die Beiratsentscheidung und die sich anschließende formelle Projektbeantragung beim Projektträger Jülich bis zur Bewilligung durch das BMBF ist mit einem Zeitraum von ca. 12 Monaten zu rechnen.

Auswahlverfahren Projekte