Am 24. September 2026 fand am Campus Pirmasens der Hochschule Kaiserslautern der dritte Fachtag zur industriellen Biotechnologie statt. Im Mittelpunkt stand das regionale Verbundvorhaben „Waste2Value“, das mit anwendungsnahen Forschungsprojekten untersucht, wie Mikroorganismen zur Lösung von Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft beitragen können. Mit über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die Veranstaltung sehr gut besucht.
Oberbürgermeister Markus Zwick unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung der Hochschule und von Projekten wie Waste2Value für den Standort Pirmasens. Dr. Lutz Rumkorff aus dem Wissenschaftsministerium überbrachte die Grüße der Landesregierung und hob die erfolgreiche Forschungsarbeit hervor, die auch durch Landesmittel unterstützt wird, unter anderem durch ein weiteres EFRE-gefördertes Projekt.
Zwei Praxisimpulse richteten den Blick auf die Perspektive der Wirtschaft. Dr. Barbara Navé von der BASF machte deutlich, dass die Umstellung etablierter petrochemischer Prozesse auf biotechnologische Verfahren anspruchsvoll ist: Bestehende Anlagen sind abgeschrieben und Prozesse über viele Jahre optimiert. Chancen sieht sie insbesondere bei Spezialstoffen mit geringeren Produktionsmengen und/oder hohen Produktpreisen, bei denen biotechnologische Verfahren künftig eine Alternative darstellen könnten.
Jörg Ullmann von der Algenfarm Klötze zeigte die vielfältigen Potenziale von Algen auf. Besonders in der Lebensmittelproduktion sieht er große Chancen. Aktuell konzentriert sich der Markt jedoch noch auf höherpreisige Nischenprodukte wie Nahrungsergänzungsmittel. Erst mit einer deutlichen Skalierung der Anlagen seien wettbewerbsfähige Preise für eine breitere Nutzung realistisch.
Darüber hinaus präsentierten Vertreterinnen und Vertreter von zehn Waste2Value-Teilprojekten in kurzen Impulsvorträgen den aktuellen Stand ihrer Forschungsarbeiten. Der Fachtag bot damit vielfältige Einblicke in konkrete Forschungsansätze und zugleich Raum für Austausch, Diskussionen und neue Kontakte.